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C64 Multi-Cartridges im Eigenbau (Teil 1)

Was wird benötigt?
  • C64
  • Cartridge Leerplatine
  • Verschiedene elektronische Kompnenten (Siehe Text)
  • EPROM-Programmierer
  • Einige 8Kb Probgramme
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Cartridges oder auch Module für den C64 sind eine feine Sache. Einfach in den Modul-Port stecken und das Programm wird sofort geladen, ohne Wartezeit. In dieser Anleitung bauen wir unser eigenes Modul mit einigen Programme. Genauer gesagt, bis zu 8 Programme auf einer Cartridge.

Eines gleich vorweg: Wir können auf den hier gezeigten Modul nur Programme kopieren die jeweils maximal 8Kb groß sein können. Für größere Programme/Spiele ist dies nicht geeignet, auch kann damit kein Freezer-Module erstellt werden.

Bevor es los geht noch ein paar Hinweise (Wichtig!):
- Niemals eine Cartridge oder ein (E)EPROM ein-/ausstecken wenn der C64 eingeschaltet ist.
- Setze die Jumper nur mit ausgeschalteten C64
- Achte auf die Ausrichtung der Kerbe des (E)EPROMs. Ein falsch rum aufgestecktes ROM kann die Cartridge sowie C64 beschädigen.
- Stecke die Cartridge in den Modul-Port mit der bestückten Seite nach oben. (Siehe entsprechende Bilder)
- Vermeide statische Ladungen durch das Berühren eines geerdeten Objektes, wie beispielsweise einen Heizkörper. Oder verwende ein antistatisches Armband.
- Ich übernehme keine Verantwortung über Schäden die direkt oder indirekt durch diese Anleitung entstanden sind.

Welche Module können erstellt werden?

Viele Cartridges haben neben den eigentlichen ROM noch einige IC's oder sonstiges verbaut. Das können wir mit einen 8Kb EPROM nicht nachbilden. Die Cartridge-Abbilder (CRT) die wir im Netz finden, haben die zusätzlichen Informationen die benötigt werden bereits integriert. Somit können diese im Emulator verwendet werden. In den Binär-Datei die auf unserem EPROM gespeichert wird, ist nur das nackte ROM enthalten. Wir können aber normale Programme mit bis zu 8Kb Speichergröße verwenden. Um uns die Mühe zu ersparen die EPROMs zu brennen und einzeln zu testen, laden wir diese zuerst im Emulator. Wie das genau funktioniert wird weiter unten beschrieben. Siehe "Cartridge Images mit VICE testen".

Die Komponenten

Die Platine die wir benötigen finden wir auf der Webseite thefuturewas8bit.com.

PCB
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Sie ist unbestückt, abgesehen von einen Reset-Taster der bei meinen Kauf dabei war, also brauchen wir noch folgendes:
- IC Sockel 28polig
- Stiftleiste
- Jumper (5 Stück)
- Kondensator Axial 100nF
- Optional: 3x Schiebeschalter. Diese ersetzen drei der benötigten Jumper. Damit spart man sich das mehrfache umstecken.

Und zu guter Letzt brauchen wir noch ein (E)EPROM. Hier haben wir die Wahl zwischen 2764 (8Kb), 2864 (8Kb), 27128 (16Kb), 27256 (32Kb), 28256 (32Kb) und 27512 (64Kb).

Alle oben genannten (E)EPROMs sind für kleines Geld zu finden. Je größer der Speicher, umso mehr Programme können gespeichert werden.

EPROM
Die Platine bestücken

Die einzelnen Komponenten können nun wie im folgenden Bild zu sehen ist, aufgelötet werden.

Components
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Alternativ, falls man sich für die Schiebeschalter entscheidet, sieht das so aus.

Jumper Switches
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Die Kerbe des Sockels sollte in die selbe Richtung zeigen, wie die Kerbe auf der Platine. Damit soll verhindert werden, dass wir später irrtümlicherweise das (E)EPROM falsch rum einsetzten.

Das ROM-Image erstellen

Hinweis: Dieser Abschnitt ist nur durchzuführen, wenn zwei oder mehrere Programme auf das EPROM kopiert werden sollen. Wenn nur ein einzelnes Image gespeichert werden soll (2764/2864 EPROM), dann kann dieser Schritt übersprungen werden.

Da wir bis zu acht Programme (64Kb) auf einer Cartridge speichern können, müssen wir das Image für das EPROM zuerst vorbereiten. In diesen Beispiel verwenden ich ein 32Kb EPROM 27256, also können bis zu vier Programme gespeichert werden. Der Weg ist immer der selbe, auch wenn nur zwei Programme (27128 EPROM) oder acht (27512 EPROM) Programme kopiert werden sollen. Diese Programme, in Form von BIN-Dateien, legen wir alle in den selben Ordner. Folgende Dateien werden hierfür verwendet:

Amiga-Look-Modul
1541 Diagnostic Cartridge
HypraDisk Modul v3.0
Aliens landed

Diese Images müssen nun zu einen einzigen zusammengefügt werden. Windows bietet bereits das Werkzeug das wir brauchen. In der Eingabeaufforderung von Windows (CMD) wechseln wir zum Ordner in den sich unsere Images befinden und geben folgenden Befehl ein.

Copy /b [Image1.bin]+[Image2.bin]+[Image3.bin]+[Image4.bin] Zieldatei.bin

Das sieht in meinem Beispiel so aus:

Combine ROM
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Das Resultat ist eine 32Kb große Datei die alle vier Images beinhaltet.

Das EPROM brennen

Jetzt wo wir das Image haben, müssen wir dieses auf das EPROM kopieren. Wie weiter oben beschrieben, verwende ich für dieses Beispiel ein 27256 EPROM (4 x 8Kb). Natürlich muss hier das geeignete EPROM für die entsprechende Anzahl an Programme verwendet werden.

Es gibt zahlreiche Programmiergeräte/EPROMer. In dieser Anleitung kommt der Mini Pro TL866C zum Einsatz. Dieser ist bereits unter 50€ zu bekommen und unterstützt alle EPROMs die wir benötigen.

EPROM Programmer
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Wenn der Treiber und das Programm für den Programmer installiert sind, starten wir das Programm und suchen aus der IC-Datenbank das geeignete (E)EPROM aus.

In unserem Fall geben wir für die grobe Suche einen der folgenden (E)EPROM-Bezeichnungen ein, je nachdem was wir verwenden: 2764, 2864, 7128, 27256, 28256 oder 27512. Dann sollten wir aus den gefundenen IC's genau den Typ wählen den wir verwenden.

Select EPROM
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Das EPROM muss korrekt im Sockel eingesetzt werden. Ein Klick auf den Button "Information" zeigt, wie das EPROM positioniert werden muss. Achte auf die Kerbe und auf Pin 1.

EPROM Socket

Wenn ein EPROM (nicht EEPROM) verwendet wird, muss auf folgendes geachtet werden: Versichere dich, dass das EPROM leer ist. Ein "Blank Check" gibt darüber Auskunft. Ein nicht leeres EPROM muss zuerst gelöscht werden. Siehe bei "EPROMs löschen". EEPROMs können einfach überschrieben werden.

Blank Test
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Dann öffnen wir das Kernal-Image (BIN-Datei)...

Load EPROM Image
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...und bestätigen mit OK

Load EPROM Image
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Und schlussendlich brennen wir das Image auf das (E)EPROM. Klicke dazu auf den Button "P" und bestätige mit "Program". Das EPROM wird nun beschrieben.

Programming EPROM
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Damit das EPROM seine Daten nicht verliert, sollte die Glasscheibe mit einem undurchsichtigen Klebeband zugeklebt werden. Ein EEPROM hat dieses Fenster nicht und es besteht auch kein Risiko dass die Daten verloren gehen.

Protect EPROM

Das (E)EPROM ist nun einsatzbereit und kann auf den Sockel der Cartridge gesteckt werden. Wichtig! Achte auf die Ausrichtung der Kerbe des EPROMs. Sie muss mit der Kerbe auf den Modul und mit der des Sockels übereinstimmen.

Insert EPROM
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EXROM, GAME und die Memory-Banks

Den C64 muss mitgeteilt werden in welchem Speicherbereich das Programm kopiert werden soll. Zu diesem Zweck finden wir auf der Modulplatine folgende Jumper-Einstellungen: EXROM/GAME bzw. ROM_HI/ROM_LOW. Die meisten Programme (abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen) für den C64 müssen im Speicherbereich 8000 bis 9FFF liegen. Die Jumper müssen dafür wie folgt gesetzt werden:

EXROM, ROM_LOW

EXROM Jumper
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Nur für einige wenige Programme, wie beispielsweise die "Dead Test cartridge" oder Commodore MAX Programme, müssen im Speicherbereich des Kernals liegen, genauer gesagt zwischen E000 und FFFF. Dies wird durch die folgende Jumper-Einstellung ermöglicht.

GAME, ROM_HIGH

GAME Jumper
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Jetzt kommen wir zur Wahl der Speicherbank des EPROMs. Je nachdem wie groß das EPROM ist das wir verwenden, können wir zwischen den einzelnen Blöcken umschalten. Das hängt von der Speichergröße sowie von den Typ des (E)EPROMs ab. Die Jumper A13, A14 und A15 müssen wie in der folgenden Tabelle zu sehen ist, positioniert werden.

Memory Banks
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Bevor einer der hier beschriebenen Jumper umgesteckt wird, muss der C64 ausgeschaltet werden.

Der Funktionstest

Wenn wir die Platine bestückt, das EPROM gebrannt und die Jumper gesetzt haben, kann die Cartridge getestet werden. Wichtig: Die Cartridge nur mit ausgeschalteten C64 ein-/ausstecken. Das EPROM muss außerdem auf der Oberseite der Platine sein.

Test Cartridge
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Das gewählte Programm sollte unmittelbar nach den Einschalten des C64 geladen werden.

Weiter zu Teil 2

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