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Die optimale C64-Emulation mit BMC64 (Raspberry Pi) Teil 1

Was wird benötigt?
  • Raspberry Pi
  • C64 System ROMs
  • BMC64
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Was ist BMC64?

BMC64 (accentual.com/bmc64) ist ein C64-Emulator auf VICE-Basis für den Raspberry Pi. Im Gegensatz zu anderen Emulatoren muss dieser nicht auf einer Linux-Distribution installiert werden, sondern begnügt sich mit den von circle-stdlib bereitgestellten Libraries.

Neben BMC64 gibt es vom selben Entwickler auch Emulatoren für andere Commodore-Systeme, wie BMC128, BMVIC20 und BMPLUS4. Diese sind seit Version 3.0 alle im Bundle enthalten. In dieser Anleitung geht es aber ausschließlich um den C64-Emulator BMC64 und wie dieser korrekt konfiguriert wird. Der wesentliche Unterschied im Vergleich zu anderen Emulatoren liegt in der Unterstützung echter Commodore-Hardware wie Joystick und Tastatur die an den GPIO-Pins des Raspberry Pi's angeschlossen werden.

Quelle dieser Anleitung ist das Projekt github.com/randyrossi/bmc64 von randyrossi (bmc64/LICENSE).

Bevor es los geht noch ein paar Hinweise (Wichtig!):
- Erstelle ein Backup von eventuell vorhandenen Daten auf der SD-Karte.
- Beachte, dass die SD-Karte beim formatieren komplett gelöscht wird.
- Das Übertakten des Raspberry Pi's führt dazu, dass die Betriebstemperatur ansteigt oder das Gerät überhitzen könnte. Ein Kühlkörper wird auch ohne Übertaktung empfohlen. Das Übertakten geschieht auf eigene Gefahr.
- Ich übernehme keine Verantwortung über Schäden die direkt oder indirekt durch diese Anleitung entstanden sind.

BMC64
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Vorteile

- Sehr platzsparend (ca 33MB, Stand Version 3.0)
- Sehr kurze Boot-Zeit
- Basiert auf VICE, was eine hohe Kompatibilität verspricht
- Direkter Zugriff auf die Hardware, was sich in der Emulations-Geschwindigkeit bemerkbar macht.
- Es wird kein Herunterfahren-Button oder Script benötigt. Einfach den Raspi ausschalten.
- C64 Joystick und Tastatur-Support.
- Unterstützung von USB-Sticks am Raspberry Pi.

Die Systemvoraussetzungen

Prinzipiell wird vom Raspberry Pi Zero bis zum Raspberry Pi 3 alles unterstützt. Der Entwickler warnt aber ausdrücklich davor, dass mindestens ein Raspberry Pi 2 verwendet werden sollte. In dieser Anleitung wird der Emulator nicht auf den Raspberry Pi 4 getestet und auf der Webseite des Entwicklers wird davon (noch) nichts erwähnt (Stand Version 3.0). Zwar besteht die Möglichkeit den Raspberry 1 zu übertakten, aber auch dies verleiht ihn trotzdem nicht immer genügend Power. Siehe weiter unten bei "Den Raspberry Pi 1 übertakten".

Raspberry Pi
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Als Steuergerät können beliebige USB-Tastaturen bzw. Joypads verwendet werden oder alternativ, wie weiter unten beschrieben, echte Commodore-Joysticks.

BMC64 auf die SD-Karte kopieren (Raspberry Pi 2/3)

Es gibt zwei Möglichkeiten den Emulator auf die SD-Karte zu kopieren:

• Mit einem vorgefertigten Image (Erstellt automatisch eine 300MB große Partition)
• Die Karte formatieren und die Dateien auf diese kopieren

In dieser Anleitung wird die zweite Methode, also das manuelle Kopieren der Dateien gewählt und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Wenn das Image auf die Karte kopiert wird, dann wird automatisch eine 300MB große Partition erstellt. Der Rest der Karte kann nur verwendet werden wenn eine zweite Partition erstellt wird. Zwar braucht man in den meisten Fällen kaum mehr als ein paar Megabyte weil C64-Programme wenig Speicher in Anspruch nehmen, aber wenn wir die Karte selbst formatieren und die Daten darauf kopieren, dann können wir auf den kompletten Speicherplatz ohne weitere Partitionen zugreifen.

Zuerst muss die SD-Karte formatiert werden, wie in diesem Beispiel unter Windows. Als Format muss ❏ FAT32 gewählt werden. Beachte, dass die SD-Karte beim formatieren komplett gelöscht wird.

Format

Nach erfolgreicher Formatierung kopieren wir alle Dateien des Emulators auf die Karte. Alle Dateien die wir benötigen sind auf der Webseite des Entwicklers accentual.com/bmc64 zu finden. Suche nach dem ZIP-Archiv "bmc64-3.0.files.zip".

CBM64 Files
Ergänzung für Raspberry Pi 0/1

Wie bereits weiter oben erwähnt, wird von der Verwendung eines Raspberry Pi's Zero oder 1 abgeraten. Wer den Emulator trotzdem auf einen Raspberry Pi 0/1 testen möchte, muss nichts an der BMC-Konfiguration ändern, denn das "BMC64-Lite Kernel Image" ist seit Version 3.0 Bestandteil des BMC64-Pakets.

C64-Roms und Programme

Der Emulator braucht für den korrekten Betrieb folgende System-Rom's:

basic.901226-01.bin
characters.901225-01.bin
kernal.901227-03.bin

Diese sind unter Anderem auf der Webseite zimmers.net zu finden. Des Weiteren wird mindesten ein Laufwerk-Rom benötigt:

1541-II.355640-01.bin (Download).

Als nächstes müssen die runtergeladenen Dateien wie folgt umbenannt werden:

basic.901226-01.bin -> basic
characters.901225-01.bin -> chargen
kernal.901227-03.bin -> kernal
1541-II.355640-01.bin -> d1541II

Und zu guter Letzt kopieren wir alle Dateien in den Ordner "C64" der SD-Karte.

C64 ROM Files

Der Emulator wäre damit betriebsbereit, doch zum Testen benötigen wir einige beliebige C64-Programme. Diese sind beispielsweise auf der Webseite CSDB zu finden. Die von uns gewählten Programme kopieren wir in den Ordner "disks/C64" auf der SD-Karte.

C64 Disk Files
Der erste Start

Spätestens jetzt sollte die USB-Tastatur an den Raspberry Pi angeschlossen werden. Nun kann die SD-Karte in den Slot gesteckt und der Raspberry gestartet werden. Wenn wir alles richtig gemacht haben, sollte nach wenigen Sekunden der C64-Bildschirm angezeigt werden.

CBM on Raspberry Pi
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Um nun die Einstellungen aufzurufen, sollte die Taste F12 gedrückt werden.

BMC Menu

Im Moment interessiert uns nur die "Autostart Prg/Disk"-Funktion damit wir unser Programm starten können. Anschließend wählen wir das Programm das gestartet werden soll aus den Ordner "disks" welches automatisch geladen wird.

Autostart
Kein Bild?

Je nach angeschlossenen Bildschirm, kann es vorkommen, dass kein Bild angezeigt wird. Der Entwickler hat aus diesem Grund eine Option eingebaut die das Problem möglicherweise löst. Die besagte Option nennt sich "hdmi_safe=1". Diese befindet sich in der Konfigurations-Datei "config.txt" und muss lediglich auskommentiert werden.

hdmi_safe

Danach sollte das Bild auch auf problematischen Bildausgabegeräten angezeigt werden.

Ein USB-Stick als Daten-Speicher

Auf der SD-Karte dürfte noch jede Menge Speicherplatz frei sein, doch um neue Daten auf diese kopieren zu können muss sie immer aus dem Raspi entnommen und am PC eingebunden werden. Es geht auch etwas komfortabler. BMC64 unterstützt nämlich auch externe USB-Speichergeräte.

Der USB-Stick muss im ❏ FAT32 formatiert werden und am Raspberry Pi angeschlossen werden bevor dieser gestartet wird. Im laufenden Betrieb wird der USB-Stick nicht erkannt. Anschließend öffnen wir das Konfigurations-Menü (F12) und wählen die Option "Autostart Prg/Disk". Allerdings muss diesmal das gewünschte Speichergerät gewählt werden.

USB-Stick

Nun wird der Inhalt des externen Speichergerätes angezeigt.

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