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Der Gotek Floppy Emulator von A bis Z (Teil 1)

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Das Diskettenlaufwerk ist ein Schwachpunkt des Amigas. Nicht nur die Disketten, sondern auch die Laufwerke verweigern irgendwann ihren Dienst. Abhilfe schafft manchmal eine Reinigung des Lese/Schreibkopfes, oder man besorgt sich ein gebrauchtes Laufwerk. Die Preise originaler Amiga-Laufwerke steigen aber immer weiter, bis ins Absurde. Zwar können viele PC-Diskettenlaufwerke auch im Amiga verwendet werden, aber das ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Hier bietet sich der Gotek Floppy-Emulator an. Dieser Floppy-Ersatz erlaubt es uns, ein USB-Stick statt klassische Disketten zu verwenden. Die Informationen werden in Form von Disketten-Images (❏ ADF) eingelesen. Hier wird beschrieben wie das Gotek Floppy-Laufwerk geflasht, und installiert wird (und einiges mehr!).

Inhaltsverzeichnis:
Die Vorbereitungen
Die Gotek-Firmware flashen (Windows)
Die Gotek-Firmware flashen (Linux)
Die HxC Firmware flashen
Das HFE-Dateiformat (für die HxC-Firmware)
Das Gotek-Laufwerk als DF1:
Ein Display für das Gotek-Laufwerk
Ladegeräusche für das Gotek Floppy Laufwerk

Gotek Floppy
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Die Vorbereitungen

Der Gotek Floppy-Emulator passt zwar mechanisch in den Amiga, aber im Originalzustand kann er noch keine Daten lesen. Der Grund ist einfach: Der Emulator ist nicht nur für den Amiga konzipiert worden, sondern für fast alle Geräte die mit einen Floppy-Port ausgestattet sind. Damit Das Laufwerk also mit den Amiga verwendet werden kann, muss eine Firmware geflasht werden.

Das Gotek-Laufwerk mit geflashter Firmware kaufen, ja oder nein?

Auf verschiedenen Online-Portalen werden die Gotek-Laufwerke bereits mit geflashter Amiga-Firmware verkauft, manchmal zu überhöhten Preisen. Das erspart uns zwar das flashen der Firmware, aber wenn in Zukunft eine neue Firmware-Version erscheint, brauchen wir doch noch weiteres Zubehör. Deshalb empfehle ich das Gotek-Laufwerk ohne Firmware zu kaufen. Meines habe ich für 23,99€ bei Amazon gefunden.
Uns stehen zwei verschiedene Firmware-Varianten zur Auswahl. Weiter unten wird genauer auf beide Varianten eingegangen.
Wir brauchen einen "USB zu Serial-Adaper" mit der die Firmware von einem PC auf das Laufwerk übertragen werden kann. Diese Adapter findet man sehr leicht und zu einem kleinen Preis. Meinen habe ich hier gekauft: www.amazon.de

seriralTTL
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Der Treiber

Damit die Flash-Software verwendet werden kann, muss der Adapter natürlich von Windows erkannt werden. Der Treiber für den verwendeten Adapter muss von der Webseite des jeweiligen Herstellers runtergeladen werden. In meinen spezifischen Fall passt dieser Treiber hier: www.prolific.com.tw

Die Firmware

Es gibt momentan zwei Firmware-Varianten. Eine vom Entwickler des Gotek-Laufwerkes und eine von den Hersteller des HxC Floppy Emulators. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Einige Unterschiede werden hier aufgelistet.

Die originale Gotek-Firmware (Webseite)
+ Die Firmware des Gotek-Entwicklers ist kostenlos
+ Das Flashen ist sehr einfach
- Es fehlen viele Funktionen
- Das Laufwerk muss zum Updaten aus den Amiga ausgebaut werden
- Die Weiterentwicklung ist offenbar eingestellt worden
- Es werden nur ❏ ADF-Images unterstützt
- Bei einer größeren Anzahl an Images wird das Menü extrem langsam
- Disketten können am Amiga nicht auf das virtuelle Laufwerk kopiert werden (z.B. mit X-Copy)

Die Firmware von HxC (Webseite)
+ Es erscheinen regelmäßig Updates
+ Unterstützung für LCD-Display
+ Das Flashen ist sehr einfach
+ Updates werden über einen USB-Stick installiert
+ Viele unterstützte Dateiformate (HFE,❏ ADF,ST,IMG)
- Die Firmware des HxC-Entwicklers kostet 10€
- Für das erstmalige Flashen der Firmware muss man den Entwickler kontaktieren und ein Konto erstellen
- Die Steuerung des Bootloaders ist gewöhnungsbedürftig
- Disketten können am Amiga nicht auf das virtuelle Laufwerk kopiert werden (z.B. mit X-Copy)

Die Vor- und Nachteile beziehen sich auf der aktuellen Firmware-Version, Stand 01/2016

Für welche Firmware man sich entscheidet ist egal. Der Flash-Vorgang unterscheidet sich allerdings etwas. Weiter unten wird auf beide Varianten genauer eingegangen (Siehe "Die Gotek-Firmware flashen" und "Die HxC Firmware flashen").

Die Software

Und zum Schluss brauchen wir noch eine Software zum flashen der Firmware, allerdings nur für die originale Gotek Firmware, denn die HxC-Firmware bringt eine eigene Software mit. Für Windows gibt es eine geeignete Software namens STSW-MCU005 die von der Webseite www.st.com runtergeladen werden kann. Welche Software für Linux wird, wird weiter unten im entsprechenden Absatz beschrieben.
In dieser Anleitung wurde die Firmware unter Windows XP geflasht. Die Software sollte auch mit neueren Windows-Versionen funktionieren. Mangels geeigneten Windows-Rechner kann ich leider nicht sagen welche Windows-Versionen unterstützt werden.

Gotek-Laufwerk und PC verbinden

Eine Warnung bevor es losgeht: Bevor der Adapter am PC angeschlossen wird, sollte man nochmals sicherstellen, dass die Verkabelung korrekt durchgeführt wurde. Sonst könnte die Hardware beschädigt werden! Außerdem sollte der USB-Stecker erst in den Rechner eingesteckt werden nachdem die Verkabelung korrekt durchgeführt wurde.

Das serielle USB->TTL Adapter-Kabel muss an das Gotek-Laufwerk angeschlossen werden damit es programmiert werden kann. Leider gibt es hierfür keine Steckverbindungen, diese müssen wir erst hinzufügen.
Ein starrer dünner Draht, z.B. eines elektrischen Widerstandes oder einer Büro-Klammer eignen sich dafür recht gut. Die Pins sollten in den dafür vorgesehenen Öffnungen eingelötet werden, so wie man im folgenden Bild sieht.

Gotek Pins
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Ist dies gelungen, verbinden wir die Pins Boot0 und 3,3V mit einem Jumper. Das versetzt das Gotek-Laufwerk in den Programmiermodus.

Gotek Program Jumper
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Wenn das Laufwerk geflasht wird, müssen wir möglicherweise mehrmals einen Reset durchführen. Das geschieht indem man die RST-Kontakte kurzzeitig bei Bedarf verbindet. Optional könnte man hier einen Taster anbringen. Bei meinen Tests habe ich einfach kurzzeitig einen Jumper aufgesteckt.
Vorsicht: Nur die Reset-Kontakte verbinden wenn man dazu aufgefordert wird, nicht aber dauerhaft mit einen Jumper verbinden!

Gotek Reset
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Jetzt verbinden wir die Datenleitungen TX und RX der seriellen Verbindung. Hier ist darauf zu achten, dass beide Leitungen am anderen Ende vertauscht werden müssen. Im Klartext:

Vom Gotek-Laufwerk (TX) zum seriellen USB->TTL Adapter (RX)
Vom Gotek-Laufwerk (RX) zum seriellen USB->TTL Adapter (TX)

Und zuletzt braucht das Gotek-Laufwerk natürlich noch eine Spannungsversorgung. Diese entnehmen wir ebenfalls vom seriellen USB->TTL Adapter. Wir brauchen 5V und die Masse (GND) an den folgenden Pins. Siehe Bild.

Gotek to USB TTL

Gotek to USB TTL
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Die Bezeichnung der 5V am USB->TTL Adapter kann je nach Variante variieren. Beispielsweise könnte 5V oder auch VCC als Bezeichnung verwendet worden sein.

Jetzt geht es weiter zum Flash-Vorgang. Was für eine Firmware installiert werden soll ist Geschmacksache

Weiter zu Teil 2

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