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C64 Emulation unter Linux

Was wird benötigt?

Die Linux-Distributionen sind in den letzten Jahren stark erweitert und verbessert worden. Auch die Installation der Programme wurde vereinfacht. In Ubuntu gibt es sogar ein Software-Center (eine Art App-Store) die es erlaubt, Programme mit wenigen Klicks zu installieren. Dennoch ist die Installation und Konfiguration noch nicht so einfach wie unter Windows oder OSX. Deshalb folgt hier eine kleine Anleitung die helfen soll diese Hürden zu überwinden. Für diese Anleitung wurde Ubuntu gewählt weil es eine weit verbreitete und einsteigerfreundliche Distribution ist.

Die Installation

Die einfachste Methode ist die Installation mittels Software-Center. Öffne das Software-Center und suche nach den Emulator VICE (Commodore 64) und installiere ihn.

Software-Center
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Alternative Installation:
Die Installation über das Terminal ist selbstverständlich auch möglich und sollte auch bei anderen Linux-Distributionen auf die selbe Weise klappen. Um ein Terminal-Fenster zu öffnen genügt es im Suchfeld von Ubuntu "terminal" einzugeben und mit der Enter-Taste zu bestätigen. Gib anschließend folgenden Befehl ein:

sudo apt-get install vice

Jetzt müssen wir noch das Administratorpasswort eingeben und schon werden die Quellen aus dem Internet geholt und installiert.

Terminal
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aptgetinstall
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Noch eine alternative Installation:
Wer keine Mühe scheut, kann sich VICE selbst kompilieren. Das hat den Vorteil, dass man selbst entscheiden kann welche Funktionen der Emulator bieten soll. Ein Beispiel ist die FFMPEG-Unterstützung (Siehe Media Image speichern), die bei der Installation über das Software-Center nicht gegeben ist. Auf www.c64-wiki.de gibt es eine vorbildliche Anleitung wie man VICE unter Ubuntu selbst kompiliert.

Fehlende Roms installieren

Egal wie der Emulator installiert wurde, wenn wir ihn starten wird gar nichts passieren. Denn es fehlen noch wichtige Komponenten, die Images des Kernal, Basic, Charset und das DOS des Laufwerkes. Wo der Emulator diese Images sucht, steht in der Konfigurationsdatei des Emulators geschrieben. Da diese noch nicht existiert, werden die Dateien im Ordner: /usr/lib/vice/C64 gesucht. Wir brauchen also die Images die wir in diesen Ordner kopieren müssen.
Wo finden wir diese Images? Es gibt zwei Möglichkeiten:

System-Roms von VICE (Windows oder OSX) kopieren
Wer VICE unter Windows oder OSX installiert hat, besitzt bereits die von uns benötigten Dateien. Wir brauchen folgende Dateien: basic, chargen, kernal und dos1541.
Windows-User finden die Dateien im Ordner "C64" und "DRIVES" die sich beide im Hauptverzeichnis der VICE-Installation befindet.

System Files Windows

Mac-User werden hingegen im Ordner "x64.app/Contents/Resources/ROM/C64" und "x64.app/Contents/Resources/ROM/DRIVES" fündig (Rechte Maustaste auf C64-Emulator -> Paketinhalt anzeigen).

System Files OSX

Alternative - System-Roms runterladen:
Wir können die System-Roms auch von anderen Quellen beziehen, das hat den Vorteil, dass wir ROM-Versionen von verschiedenen C64-Varianten testen können. Wichtig ist nur, dass die Dateien immer die Namen basic, chargen, kernal und dos1541 tragen, sonst werden sie nicht erkannt.
Eine mögliche Download-Quelle gibt es hier: www.zimmers.net.

Jetzt kopieren wir die Dateien in den Ordner /usr/lib/vice/C64. Öffne dazu wieder ein Terminal und gib folgenden Befehl ein:

sudo cp [Pfad zur Image-Datei] /usr/lib/vice/C64

Wir werden nach den Administrator-Passwort gefragt das wir eingeben. Wiederhole diesen Befehl für alle vier Dateien.

Copy Files
Der erste Start

Endlich können wir den Emulator starten. Wenn VICE über das Software-Center installiert wurde, sollte in der linken Schnellstartleiste das Symbol des Emulators zu sehen sein. Ein Klick darauf startet den Emulator.
Wer hingegen die Installation über das Terminal gewählt hat, muss auch den Emulator im Terminal starten. Öffne das Terminal und gib den Befehl "x64" ein. Alternativ kann manuell eine Verknüpfung der x64-Datei an einer beliebigen Stelle erstellt werden.

First Start
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Wenn der Emulator über das Terminal gestartet wird, werden wir feststellen, dass jede Menge Fehler auftauchen. Das ist aber kein Grund zur Sorge. VICE hat zwar die benötigten Images, sucht aber auch nach den DOS-Images weiterer Laufwerke. Wer diese benötigt, kann diese natürlich nachinstallieren (/usr/lib/vice/C64).

Die Konfiguration

Die zahlreichen Optionen lassen sich entweder mit der linken und rechten Maustaste aufrufen, oder man wählt sie aus der Optionsleiste am oberen Bildschirmrand. Folgende Funktionen/Optionen finden wir dort:

System Files Windows

Smart-Einlegen von Disk/Tape Image…:Damit wird ein Disketten- oder Tape-Image automatisch geladen und gestartet. Keine Befehlseingabe wird benötigt.
Autostart Einstellungen -> TDE bei Autostart beachten:Damit wird beim Laden eines Programms automatisch die TDE (True Drive Emulation) ein bzw. ausgeschaltet. TDE erhöht die Laufwerkskompatibilität und sollte eingeschaltet werden wenn es zu Lade-Probleme kommen sollte.
Autostart Einstellungen -> Autostart Warp:Damit wird beim Laden eines Programms der Warp-Modus eingeschaltet, der die Emulation um ein Vielfaches beschleunigt. Nach erfolgten Ladevorgang wird der Warp-Modus selbständig ausgeschaltet.
Autostart Einstellungen -> Verwende ':' mit RUN:Beim Autostart werden die Befehle die zum Laden der Programme nötig sind automatisch vom Emulator eingegeben, auch der Befehl RUN. Stehen nun in der selben Zeile, in der der Befehl RUN geschrieben wurde, weitere Befehle, dann bricht der Ladevorgang mit eine Fehlermeldung ab. Der Doppelpunkt trennt den Befehl RUN von anderen Zeichen die falsch interpretiert werden würden.
Autostart Einstellungen -> Lade an Basic Start:Wenn diese Option ausgeschaltet ist, wird beim Autostart zum Ladebefehl ein ",1" angehängt. Damit wird die geladene Datei im Speicher an der spezifischen Speicheradresse gestartet. Welche Adresse das ist, steht in den ersten zwei Bytes der geladenen Datei. Bei aktivierter Option wird nur 'load"*",8' eingegeben. Die Daten werden somit in den Basic-Speichers geladen.
Autostart Einstellungen -> PRG Autostartmodus:Wenn eine PRG-Datei per Autostart geladen wird, muss sie zuerst in das Dateisystem eingebunden werden. Mit "Virtual FS" wird das Verzeichnis, in den die PRG-Datei liegt, als Laufwerk eingebunden. Das war bei alten VICE-Versionen die einzige Option. Jetzt stehen uns zwei weitere zur Verfügung. "Inject ins RAM" kopiert die PRG direkt in den Speicher des virtuellen C64 und wird von dort aus gestartet. "Disk image" erstellt ein temporäres Disketten-Image und kopiert die PRG-Datei auf dieses. Anschließend wird das Programm geladen.
Autostart Einstellungen -> PRG Autostart Disk Image…:Wenn zuvor "Disk image" als "PRG Autostartmodus" eingestellt wurde, dann wird hier der Pfad angegeben, an den die temporäre Diskette erstellt werden soll.
Disk Image einlegen -> Laufwerk #:Hiermit wird einfach eine virtuelle Diskette in das entsprechende Laufwerk eingelegt. Im Fenster das sich daraufhin öffnet kann das gewünschte Image ausgewählt und mit "Öffnen" eingelegt werden. Mit einen Klick auf "Autostart" wird die eingelegte Diskette geladen. Ein Häkchen neben der etwas ungünstig ins Deutsch übersetzten Option "Attach schreibgeschützt" sorgt dafür, dass das Image nur lesend eingebunden wird.

Autostart
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Leeres Disk Image erzeugen -> Laufwerk #:Erstellt eine leere virtuelle Diskette im gewünschten Format und legt sie in das gewählte Laufwerk ein. Welches Format das richtige ist, hängt unter anderem vom Laufwerk ab das emuliert wird. Im Normalfall sollte das D64-Format passen. Zusätzlich kann ein Name sowie die ID der Diskette angegeben werden.

New D64 Image
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Disk Image entfernen -> Laufwerk #:Entfernt ein eingelegtes Disketten-Image aus den gewählten Laufwerk. Wird die Option "alle" angeklickt, werden alle Images entfernt.
Flipliste:Die Flipliste ist ein äußerst nützliches Werkzeug wenn es darum geht schnell und komfortabel Disketten zu wechseln. Beispiel: Man ladet die erste Diskette eins Spieles ein und irgendwann wird man aufgefordert die zweite Disk einzulegen. Statt die erste Diskette auszuwerfen und die zweite einzulegen, könnte man beide Disketten in die Flipliste eintragen. Anschließend können die beiden Disketten-Images mit einer einzigen Tastenkombination ausgetauscht werden. Die Flipliste erweist sich als sehr nützlich auch wenn man mehrere Programm-Disketten besitzt die abwechselnd eingelegt werden sollen. Somit erspart man sich das ständige Suchen der Images. Folgende Funktionen stellt uns die Flipliste zur Verfügung:
Flipliste -> Aktuelles Image hinzufügen (Gerät 8):Trägt das Disketten-Images das sich zur Zeit im Laufwerk 8 befindet in die Flipliste ein.
Flipliste -> Aktuelles Image entfernen (Gerät 8):Entfernt das Disketten-Images das sich zur Zeit im Laufwerk 8 befindet aus der Flipliste ein.
Flipliste -> Nächstes Image (Gerät 8):Entfernt das aktuell eingelegte Disketten-Image und legt das Image ein das als nächstes in der Flipliste steht. Tastenkombination: Alt+N
Flipliste -> Voriges Image (Gerät 8):Entfernt das aktuell eingelegte Disketten-Image und legt das Image ein das über diesem in der Flipliste steht. Tastenkombination: Umschalt+Alt+N
Flipliste -> Fliplist Datei laden:Eine evtl. vorhandene Flipliste wird damit geladen.
Flipliste -> Fliplist Datei speichern:Die aktuell verwendete Flipliste wird abgespeichert.
Eine Flipliste könnte im einfachsten Fall wie gefolgt aussehen.

Fliplist
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Neues Tape Image erzeugen:Erzeugt im gewählten Ordner eine neues leeres Tape-Image.
Band Image einlegen…:Die gewünschte Tape-Datei wird damit eingebunden. Mit "Autostart" wird die Datei im Emulator geladen und gestartet. Dateien mit der Endung .t64 und .tap (auch komprimiert) werden akzeptiert.
Band Image entfernen:Entfernt das eingelegte Tape-Image.
Bandlaufwerk Kontrolle:Hier befinden sich die Tasten der Datasette, dessen Funktion selbsterklärend sein sollte. Zusätzlich sind hier noch einige zusätzliche Optionen die wir beachten sollten:
Bandlaufwerk Kontrolle -> Zurücksetzen des Bandlaufwerks bei CPU Reset:Wird der virtuelle C64 durch einen Reset neugestartet, wird der Zähler der Datasette auf Null gestellt, wenn diese Option aktiviert wurde.
Bandlaufwerk Kontrolle -> Bandlaufwerk Zero Gap Verzögerung:(Sorry, Noch nicht ausreichend Informationen über diese Option gefunden)
Bandlaufwerk Kontrolle -> Bandlaufwerk Geschwindigkeitskontrolle:Damit wird die Geschwindigkeit der Datasette eingestellt (Feintuning). Ich empfehle die Geschwindigkeit nicht zu ändern, da das sehr schnell zu Fehler führen kann.

Tape-Image

Erweiterungsmodul Image einlegen:Ein Erweiterungsmodul ist eine Cartridge die in vielen Fällen einen Turbolader und einige andere nützliche Tools beinhaltet. Das können natürlich auch ganz normale Spiele sein. Die Cartridge-Images im CRT- oder BIN-Format können hier eingebunden werden.
Smart-Einlegen von CRT Image…:Hiermit wird das Cartridge-Image eingebunden und anschließend gestartet.
Für spezielle Cartridges sollte der jeweilige Menüpunkt (Action Replay, Retro Replay…) gewählt werden.
Aktuelles Erweiterungsmodul als Standard aktivieren:Wenn diese Option aktiviert wurde, dann wird das aktuell eingelegte Modul bei jeden Start des Emulators eingebunden. Allerdings muss die Konfiguration den Emulators anschließend gespeichert werden (Einstellungen -> Einstellungen speichern).
Soll das eingebundene Cartridge-Image beim nächstem Start nicht mehr eingebunden werden, muss es wieder entfernt werden (Erweiterungsmodul Image entfernen) und die Option "Aktuelles Erweiterungsmodul als Standard aktivieren" muss auch wieder gewählt werden. Anschließend dürfen wir nicht vergessen die Emulator-Konfiguration abzuspeichern, damit die Einstellungen nicht wieder verloren gehen.
Erweiterungsmodul Image entfernen:Entfernt ein eingebundenes Cartridge-Image.
Erweiterungsmodul Freeze:Einige Cartridges, wie beispielsweise die Action Replay, besitzen einen Freeze-Button mit den es möglich ist das laufende Programm einzufrieren und zu manipulieren. Mit dieser Option wird diese Freeze-Funktion ausgelöst.

Extension Cartridge

Arbeitsverzeichnis ändern:Legt das aktuell verwendete Verzeichnis fest.
Monitor aktivieren:Damit ist nicht der Bildschirm gemeint, sondern der System-Monitor, der den Anwender erlaubt den Speicher des Computers einzusehen und zu verändern.
Hinweis: Wer den Emulator über die Unity-Oberfläche startet, wird feststellen, dass der Emulator sich verabschiedet wenn man den Monitor aktiviert. Das liegt an der Tatsache, dass der Monitor im Terminal läuft. Die Lösung ist also ganz einfach: Starte den Emulator über ein Terminal mit den Befehl "x64". Aktiviere anschließend den Monitor, der dann im Terminal erscheint. Mit "exit" gelangt man wieder zurück zum Emulator.
Starte c1541:C1541 ist ein vom Emulator unabhängiges Programm, mit den es möglich ist virtuelle Disketten zu bearbeiten. Disketten einlegen, formatieren, einzelne Dateien löschen, validieren und Vieles mehr ist damit möglich. Eine Übersicht der Befehle gib's hier: www.cs.cmu.edu

c1541
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Reset:Reset beinhaltet ein weiteres Sub-Menü.
Reset -> Weich:Löst einen Software-Reset aus (Warm-Reset).
Reset -> Hart:Löst einen Hard-Reset aus (Kalt-Reset).
Reset -> Laufwerk#:Resetiert nur das gewählte Laufwerk.
Pause:Pausiert die Emulation
Emulator beenden:Beendet die Emulation

Bearbeiten -> Kopie/Einfügen:Nicht zu unterschätzen sind diese zwei Optionen. Damit lässt sich der bestehende Inhalt des C64-Bildschirmes in die Zwischenablage kopieren (Kopie). Mit "Einfügen" wird der Inhalt der Zwischenablage im C64-Bildschirm eingefügt. Das kann in einigen Fällen viel Tip-Arbeit ersparen.

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