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C64 Emulation mit Power64

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Was ist Power64?

Power64 ist ein C64-Emulator, genau wie Vice64, allerdings nur für den Mac. Trotz dass Power64 seit 2008 nicht mehr weiterentwickelt wurde, funktioniert dieser Emulator äußerst gut und bietet sehr viele nützliche Funktionen, einige davon sind in Vice64 nicht zu finden. Im Gegensatz zu Vice ist Power64 nicht kostenlos, sondern unterliegt einer Shareware-Lizenz. Der Emulator kann 10 Minuten getestet werden, woraufhin er seinen Dienst quittiert und neu gestartet werden muss. Wer diese Unterbrechungen vermeiden möchte muss 32 Dollar blechen.

Die Oberfläche

Die Oberfläche von Power64 sieht sehr aufgeräumt aus. In der Standardkonfiguration wird der Emulator im Vollbild angezeigt und evtl. noch ein zusätzliches kleines Fenster das den Inhalt der eingelegten Diskette zeigt. Vorbildlich sind die Tooltips, die erscheinen wenn man den Mauszeiger über eine Option hält. Mit wenigen Worten wird die entsprechende Funktion erklärt.

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Bevor wir beginnen

In dieser Anleitung werden nur die wichtigsten und interessanten Funktionen erklärt. Die Beschreibung aller Funktionen von Power64 wäre zu aufwändig, da es davon massenhaft gibt. Noch was: Ich persönliche finde den Vollbild-Modus als störend, da er zum einen die Sicht auf die geöffneten Fenster versperrt und zum anderen das Bild auf eine zu hohe Auflösung stretcht. Das ist Geschmacksache. Wer den Vollbildmodus deaktivieren möchte findet die entsprechende Option am oberen Bildschirmrand im Dropdown-Menu unter Optionen > Vollbildmodus.

Einbinden von virtuellen Datenträger

Wie auch bei Vice64 gibt es verschiedene Wege eine virtuelle Diskette oder Tape einzubinden.
Einbinden einer Diskette per Dropdown-Menu: Um eine Diskette mit der klassischen Methode einzubinden wählen wir am oberen Bildschirmrand im Dropdown-Menu die Option Laufwerke > Diskettenl. #8 > Diskette einlegen > Diskette auswählen und wählen unser gewünschtes Disketten-Image. Es erscheint ein neues kleines Fenster wo das Inhaltsverzeichnis der eingelegten Diskette erscheint. Aus dieser Liste wählen wir nun das Programm das wir starten möchten und doppelklicken auf diesen. Das Programm wird gestartet.
Einbinden einer Diskette per Doppelklick: Der wahrscheinlich schnellste Weg eine Diskette einzubinden ist auf das Disketten-Image zu doppelklicken. Das klappt natürlich nur wenn Power64 als Standard-Programm für Disketten-Images eingestellt wurde.

Einbinden von Tapes

Das einbinden von Band-Datenträgern funktioniert auf die selbe Weise wie mit Disketten. Allerdings erscheint unter den Inhaltsverzeichnis der Kassette die Steuerung der Datasette. Vorbildlich!

Tape Images
Zip-Dateien einbinden

PRG-Programme (nicht D64-Images) können sogar eingebunden werden, wenn sie sich in einem Zip-Archiv befinden. Dazu öffnen wir das Archiv im Dropdown-Menu unter Laufwerke > Diskettenl. #8 > Zip Archiv einlegen. Das Programm wird dann ohne wenn und aber geladen.

Festplatten einbinden

Ja, sogar virtuelle Festplatten lassen sich mit Power64 einbinden. Dazu muss lediglich ein Verzeichnis auf der Mac-Festplatte gewählt werden. Dazu wählen wir im Dropdown-Menu folgende Option: Laufwerke > Diskettenl. #8 > Festplatte anschließen > Ordner auswählen. In diesen Ordner kann dann konfortabel navigiert werden.

Neue Diskette erstellen

Manchmal wird eine leere Diskette benötigt um irgend welche Daten darauf zu speichern. Wie alle (mir bekannten) Emulatoren, kann auch Power64 leere Diskette-Images erstellen. Unter Laufwerke > Diskettenl. #8 > Diskette einlegen > Neue Diskette erstellen finden wir die entsprechende Funktion. Einfach den gewünschten Namen der leeren Diskette und den Speicherort wählen und bestätigen. Außerdem besteht die Möglichkeit das Format der leeren Diskette zu bestimmen. Zur Verfügung stehen alle gängigen Formate für die entsprechenden Laufwerks-Typen. Wer möchte, kann die erstellte Diskette auch komprimieren.

New Disk
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Das Format einer virtuellen Diskette konvertieren

Die Disketten-Images lassen sich problemlos in ein anderes Format konvertieren. Dazu müssen wir erstmal ein Disketten-Image einbinden und dann finden wir unter Laufwerke > Diskettenl. #8 > Diskette einlegen > Diskettentyp ändern die Möglichkeit das Image in ein anderes (dafür geeignetes) Format zu ändern.

Convert Disk
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Laufwerk-Leds einblenden

Standardmäßig werden die Leds der eingebundenen virtuellen Laufwerken nicht angezeigt. Das kann aber in manchen Fällen sehr nützlich sein, z.B. um zu sehen ob das laufende Programm noch arbeitet oder nicht. Die Laufwerk-Leds werden unter Laufwerke > Laufwerk-Status LEDs eingeblendet

Power Leds
Die CPU Einstellungen

Unter Optionen > Emulatorgeschwindigkeit… finden wir eine große Anzahl an Optionen mit denen wir die CPU-Emulation konfigurieren können. So können wir zwischen ein PAL und NTSC-System hin und her schalten oder wir beschleunigen bzw. bremsen den CPU-Takt. Unter "Grafik berechnen" können wir bestimmen ob und wieviele Frames übersprungen werden sollen, z.B. um die Emulation zu beschleunigen. Im Drop-Down Menu neben "Takt Anzeige" bestimmen wir welche CPU bzw. Video-Informationen während der Emulation angezeigt werden sollen.
Wird das Emulator-Fenster deaktiviert bzw. liegen andere Fenster über ihn, dann macht es in manchen Fällen wenig Sinn wenn Power64 die Emulation fortführt. Was geschehen soll wenn das Emulator-Fenster inaktiv ist wird neben "Inaktive Fenster" eingestellt.
Manche C64-Programme haben recht lange Ladezeiten, besonders wenn sie auf Tapes gespeichert sind. Um diese Wartezeit zu verkürzen wurde die Funktion "Turbo Boost" entwickelt die wir unter Optionen im Dropdown-Menu finden.

CPU Settings
Die Grafikeinstellungen

Vielleicht ist einigen schon aufgefallen, dass der virtuelle C64-Bildschirm etwas unscharf wirkt und dass die Farben nicht ganz dem Original entsprechen. Vielleicht wollte der Entwickler von Power64 einen Röhrenfernseher simulieren, wer weiss. Auf jeden Fall läßt sich die Darstellung des C64-Bildschirmes problemlos an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Die Grafik-Optionen finden wir unter Optionen > Grafikeinstellungen. Neben Bildausgabe finden wir die Möglichkeit die Render-Engine einzustellen. Bei einem aktuellen Mac wird es sicher keine großen Unterschiede in der Geschwindigkeit geben, aber in der Bildqualität. Ich bevorzuge hier "Schneller Code" ohne Kantenglättung (Antialiasing). Der C64-Bildschirm sollte so schärfer dargestellt werden. Ein weitere Möglichkeit die Qualität der Darstellung näher an das Original zu bringen ist die Farb-Palette (C64 Farbpalette). Dort finden wir mehrere Farb-Schemas. Hier empfehle ich die Option "Emulator VICE" aus den Drop-Down Menu zu wählen.

Graphic Settings
Die Joystickeinstellungen

Selbstverständlich muss auch der Joystick konfiguriert werden. Das Konfigurationsmenu befindet sich unter Optionen > Joystickeinstellungen. Ist am Mac ein USB-Joystick angeschlossen, wird er von Power64 erkannt und vorkonfiguriert. Um die Joystick-Tastenbelegung zu ändern, klicken wir auf "USB Joystick Einstellungen". Eine Taste des Joysticks wird sogar selbständig mit der Autofire-Funktion belegt. Natürlich kann man hier auch die Tastatur als virtuellen Joystick verwenden, falls man nicht im Besitz eines Joysticks ist. Viel mehr muss man eigentlich nicht einstellen um vernünftig Spielen zu können. Es kann vorkommen dass bei einigen Spielen ein Joystick im Port 2 benötigt wird. Damit wir die Konfiguration nicht auch noch für den zweiten Port vornehmen müssen, tauschen wir einfach die Ports im Dropdown-Menu auf der oberen Leiste des Bildschirms unter Optionen > Joystick vertauschen.

Joystick Settings
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Tastaturbelegung

Besonders wer gerne mal ein Basic-Script schreibt wird schnell feststellen dass die Mac-Tastatur nicht mit der Tastaturbelegung des C64 übereinstimmt. Die Option Optionen > C64-Tastatur hilft da auch nicht weiter. Abhilfe schafft eine grafische Eingabe der Zeichen. Diese virtuelle Tastatur finden wir unter Ablage > Tastaturbelegung. Hier finden wir alle Zeichen die wir benötigen. Per Mausklick können die Zeichen eingetippt werden, sie werden aber erst sichtbar sobald die virtuelle Tastatur geschlossen wird.

Keyboard Settings
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RAM-Snapshot

Was sind RAM-Snapshot? Mit diesen Snapshots machen wir einen "Schnappschuss" des Speichers, so wie er sich gerade in unserem virtuellen C64 befindet. Das bedeutet, dass wir z.B. den Spielstand eines Spieles abspeichern können, auch wenn das Spiel selbst keine Speicherfunktion bietet und es zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle wieder fortsetzen können. Am schnellsten geht das mit der Tastenkombination cmd + s. Der Speicherstand wird in eine Datei kopiert und kann nachher wieder geladen werden.

Listing per Drag & Drop einfügen oder extrahieren

Für viele ist dies vielleicht die wichtigste Funktion die ein Emulator beherrschen muss. Vielleicht war der eine oder andere auch schon in dieser Situation. Im Emulator wird ein Script aufgelistet, doch wie bekommt man dieses in eine Textdatei? Die Lösung ist so einfach dass man selbst fast nicht auf die Idee kommt: Man markiere den Bereich des C64-Bildschirms und zieht ihn auf den Schreibtisch. Und schon haben wir eine Datei mit den markierten Text. Wie aber wenn das Listing über mehrere Bildschirme lang ist? Dann drucken wir den Text einfach aus und leiten ihn in eine Datei um. Zuerst müssen wir Power64 sagen wo diese Datei gespeichert werden soll. Unter Optionen > Druckereinstellungen klicken wir auf "Neuen Drucker-Ordner wählen" und suchen uns einen Ordner aus in den die Datei abgelegt werden soll. Jetzt laden wir das Listing das wir drucken wollen.
Ist das Listing im Speicher geben wir folgende Befehle ein:

open4,4
Type cmd4:list
Type print#4:close4

Das Listing liegt nun im "Drucker-Speicher". Um es dort raus zu bekommen klicken wir auf Laufwerke > Drucker #4 schließen. Nun sollte sich in den von uns gewählten Ordner eine Textdatei mit den Name "C64 Drucker" befinden in der sich das Listing befindet.
Jetzt anders rum. Wenn wir ein Listing, das sich in einer Textdatei befindet, in den Emulator kopieren möchten, markieren wir den Text und ziehen ihn in den Emulator, das wars!

Extract Listing

Das waren natürlich nicht alle Eigenschaften von Power64, nur eine kleine Demonstration über die wichtigsten Funktionen. Power64 ist eine würdige Konkurrenz zu Vice64, der hohe Preis ist wahrscheinlich einer der wenigen Gründe wieso dieser Emulator auf den Mac nicht so weit verbreitet ist. Wem der Preis nicht stört, sollte sofort zu diesen Emulator greifen.

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