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Virtuelle Laufwerke unter AmigaOS

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Manchmal kann ein virtuelles Laufwerk einige Vorteile bieten. Wenn wir z.B. eine ❏ ADF-Datei entpacken möchten, müssen wir die Daten auf eine Diskette schreiben. Da wäre es in manchen Fällen komfortabler die Daten der ❏ ADF-Datei auf die Festplatte bzw. auf eine virtuelle Diskette zu kopieren. Ein weiterer Vorteil: Die virtuellen Laufwerke können ohne Bearbeitung oder Konvertierung exportiert werden und direkt mit WinUAE (als ❏ ADF-Image) geladen werden.

Das schöne dabei ist, dass die virtuellen Laufwerke nur einmal konfiguriert werden müssen und bei jeden Start von AmigaOS automatisch gestartet werden. Nicht genug Vorteile? Dann gäbe es noch die Möglichkeit die virtuellen Laufwerke in den Arbeitsspeicher zu kopieren und somit eine Ramdisk zu erstellen. Die Zugriffe auf dieser Disk sind dann um ein Vielfaches schneller als auf echten Disketten oder Festplatten.

Hinweis: Um die benötigten Programme und evtl. ❏ ADF-Dateien auf den Amiga zu übertragen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, siehe Anleitungen.

Die Vorbereitungen

Diese Anleitung wurde unter AmigaOS 3.1 durchgeführt, ob die benötigten Tools auch mit älteren Versionen kompatibel sind kann ich nicht bestätigen.Noch was: Am besten man sichert alle Daten bevor die folgenden Schritte durchgeführt werden, da bei falscher Benutzung das Betriebsystem möglicherweise nicht mehr starten kann!

Damit die virtuellen Laufwerke erstellt werden können brauchen wir die fmsdisk.device-Datei die im Aminet runtergeladen werden kann. In der LHA-Datei die wir runtergeladen haben finden wir zwei Dateien die wir brauchen. Die fmsdisk.device-Datei und die "Mountlist". Wir kopieren beide Dateien in den Ordner DEVS. Falls sich im Ordner DEVS bereits eine Mountlist befindet, muss der Inhalt der neuen Mountlist zur alten hinzugefügt werden. Das geschieht mit folgenden ❏ Shell-Befehl:

Type >> Devs:Mountlist Laufwerk:FmsDisk/Devs/Mountlist

fmsdisk Files

Der Pfad zu FmsDisk muss natürlich angepasst werden.Jetzt wo die Device-Datei und die Mountlist installiert sind muss das System wissen wo die virtuellen Laufwerke abgelegt werden sollen. Wir erstellen einen neuen Ordner mit beliebigen Namen an einem beliebigen Ort. In dieser Anleitung nenne ich den Ordner "fmsdisk" und erstelle ihn im Stammverzeichnis (sys:).

Die manuelle Einbindung

Jetzt testen wir ob es uns gelingt ein virtuelles Laufwerk zu erstellen. In der ❏ Shell geben wir folgende Befehle ein:

Assign FMS: SYS:fmsdisk
Mount FF0:

Wenn wir jetzt versuchen auf das Laufwerk zuzugreifen (mit cd sys:ff0:) dann wird eine Fehlermeldung erscheinen, die uns sagt, dass es sich nicht um eine DOS-Diskette handelt, das ist auch richtig so, denn die virtuelle Diskette muss formatiert werden.

Shell Error

Das geht natürlich mit den Format-Befehl in der ❏ Shell, einfacher aber mit dem Tool Format das sich im Ordner "System" von AmigaOS befindet. Dort sollte unser neues Laufwerk in der Liste zu finden sein. Also geben wir den Laufwerk einen Namen und formatieren es.

Format Disk

Wenn alles geklappt hat sollte jetzt auf der Workbench ein neues Laufwerk erscheinen. Auf dieses kann jetzt ganz normal zugegriffen werden. Wenn mehr als nur ein Laufwerk benötigt wird dann "mounte" einfach neue, allerdings mit unterschiedlichen Laufwerksnamen: FF1: FF2:... Wieso heißen die Laufwerke eigentlich FF1: FF2: usw.? Weil das so in der Mountlist eingetragen ist. Das kann man natürlich ändern, aber dazu später.
Wenn wir den Amiga Neustarten, werden wir aber leider feststellen dass die Laufwerke verschwunden sind. Die Befehle müssen von Hand wieder eingegeben werden, deshalb sorgen wir jetzt dafür dass die Laufwerke automatisch beim Systemstart eingebunden werden.

Die automatische Einbindung

Damit wir nicht jedes mal ein Assign setzen und die Laufwerke mounten müssen, tragen wir diese Befehle in der "Startup-Sequence" ein. Mit einem beliebigen Texteditor (z.B. Emacs) öffnen wir die Datei "Startup-Sequence" die sich im Ordner "s" befindet. Hier sind die Befehle eingetragen die bei jedem Systemstart abgearbeitet werden. Wir geben unsere Befehle am Ende dieser Datei ein, am besten aber vor dem Befehl "LoadWB". Folgende Zeilen müssen wir eingeben:

Assign >NIL: FMS:fmsdisk
C:Mount >NIL: FF0:
cd FF0:

Startup-Sequence Auto Mount
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Das "NIL" bedeutet nur, dass im Falle eines Fehlers, die Meldung ins Nichts weitergeleitet wird.Zusätzlich zu den zwei Befehlen habe ich die Zeile "cd FF0:" eingegeben, weil sonst beim automatischen mounten das Laufwerk auf der Workbench (zumindest bei mir) nicht erscheint. Mit den Befehl "cd FF0:" wird kurz auf unser virtuelles Laufwerk zugegriffen, das reicht damit es auf der Workbench erscheint. Wenn man mehrere Laufwerke automatisch einbinden möchte, dann füge einfach die entsprechenden Zeilen hinzu. Z.B:

Assign >NIL: FMS:fmsdisk
C:Mount >NIL: FF0:
cd FF0:
C:Mount >NIL: FF1:
cd FF1:
C:Mount >NIL: FF2:
cd FF2:
...

Assign muss nur einmal angegeben werden und muss nicht für jedes Laufwerk neu gesetzt werden da sich alle virtuellen Laufwerke im selben Ordner befinden (fmsdisk).Falls eine Fehlermeldung erscheint die sich beschwert, dass es sich nicht um eine DOS-Diskette handelt, dann muss das Laufwerk (oder die Laufwerke) wie vorher beschrieben formatiert werden.

Eine Ramdisk erstellen

Bis jetzt haben wir unsere virtuellen Laufwerke auf der Festplatte im Ordner "fmsdisk" gespeichert. Natürlich können die Laufwerke auch im Arbeitsspeicher abgelegt werden. Vorteil: Die Zugriffszeiten verringern sich drastisch. Nachteil: Der Inhalt der virtuellen Disketten geht nach jeden Neustart natürlich verloren. Wer also nur temporäre Laufwerke braucht, kann auch diese Möglichkeit ausschöpfen. Da aber der Arbeitsspeicher seinen Inhalt wie schon gesagt immer wieder vergisst muss auch der Ordner "fmsdisk" jedes mal neu erstellt werden. Damit wir das nicht jedes mal von Hand machen müssen, lassen wir den Ordner automatisch beim Start von AmigaOS erstellen. Der entsprechende Eintrag in der Startup-Sequence würde dann so aussehen:

C:MakeDir RAM:fmsdisk
Assign >NIL: FMS: RAM:fmsdisk
C:Mount >NIL FF0:

Leider muss das Laufwerk jedes mal neu formatiert werden, sonst kann man keine Daten speichern. Da der Format-Befehl von AmigaOS aber eine Bestätigung des Benutzers benötigt, ist es nicht möglich die virtuelle Diskette bereits beim Systemstart automatisch zu formatieren. Zumindest ist mir kein Weg bekannt diese Bestätigung zu unterdrücken.

Die Laufwerkeigenschaften

Jedes virtuelle Laufwerk kann individuell konfiguriert werden. In der von uns installierten Mountlist sind alle Laufwerke eingetragen die wir mounten können. So kann kinderleicht eine 80-Track-Diskette simuliert werden indem wir neben "HighCyl" die Zahl 80 eintragen. Auch die Laufwerks-Bezeichnung kann problemlos geändert werden, z.B. in DF1: DF2: usw. Achtung! Die Bezeichnung des Laufwerkes darf es im System nur einmal geben. Wer also beispielsweise ein echtes zusätzliches Diskettenlaufwerk besitzt, sollte die Bezeichnung "DF1:" vermeiden!

ADF-Dateien ins virtuelle Laufwerk kopieren

❏ ADF-Dateien sind Abbilder von Amiga-Disketten die problemlos auf Amiga-Disketten kopiert werden können und natürlich auch auf unsere virtuelle Laufwerke. Dazu brauchen wir ein kleines ❏ Shell-Programm namens "adf2disk" das hier erhältlich ist. Beispiel:

adf2disk sys:image.adf fmsdisk.device 0

Die Pfade müssen entsprechend angepasst werden. Die "0" am Ende des Befehls bezieht sich auf die UNIT des Laufwerkes, je nachdem auf welche virtuelle Diskette geschrieben werden soll, muss die entsprechende UNIT-Nummer angegeben werden. Welches Laufwerk welche Unit-Nummer besitzt, findet man in der Mountlist. Es macht natürlich nur Sinn eine ❏ ADF-Datei auf ein virtuelles Laufwerk zu kopieren wenn es sich bei der ❏ ADF-Datei um eine DOS-Diskette handelt, da sonst auf den Inhalt nicht zugegriffen werden kann.

Virtuelle Laufwerke als ADF-Datei verwenden

In den von uns erstellten Verzeichnis "fmsdisk" befinden sich die virtuellen Laufwerke, sie tragen den Namen UNIT0, UNIT1 usw. Diese Dateien können auf einen PC übertragen werden und dort mit WinUAE als Diskette geladen werden. Es sind keine Änderungen an der Datei nötig. Bei meinen Tests liefen diese Images allerdings nur mit WinUAE, nicht aber mit E-UAE unter MacOS.

Laufwerke mounten mit HFMounterMUI

HFMounterMUI (hier erhältlich) kann virtuelle Laufwerke mit wenigen Mausklicks mounten und formatieren, es werden keine ❏ Shellbefehle benötigt. Allerdings setzt HFMounterMUI zwei Punkte voraus:

1. MUI muss installiert werden
2. Die virtuellen Laufwerke in der Mountlist müssen den Namen HF0: HF1: usw. tragen, sonst können sie nicht gemountet werden.

fmsdiskhfmounter

Am besten wir kommentieren die Befehle die wir in der Startup-Sequence eingegeben haben aus, damit sie unwirksam werden. Ein Semikolon deaktiviert den entsprechenden Befehl:

;Assign >NIL: FMS:fmsdisk
;C:Mount >NIL: FF0:
;cd FF0:

Nachdem HFMounterMUI und MUI installiert wurde und die Namen der Laufwerke in der Mountlist geändert wurden, können wir das Programm starten. Da wir den Assign-Befehl in der Startup-Sequence auskommentiert haben, fragt HFMounterMUI nach, in welchen Ordner die virtuellen Laufwerke gespeichert werden sollen. Wir wählen einen beliebigen Ordner. Jetzt klicken wir auf "Hf0", ein neues Fenster öffnet sich wo wir schließlich auf "Mount" klicken. Wenn der Name in der Mountlist richtig eingegeben wurde, dann wird Hf0 gemountet. Wir klicken nochmals auf "Hf0", aber diesmal wählen wir die Option "Format", das Laufwerk wird formatiert. Das wars!Unter dem Reiter "Dismount" sehen wir alle gemounteten Laufwerke, evtl. ist ein Klick auf "Rescan" nötig. Nachteil: HFMounterMUI speichert die Laufwerke nicht, sie müssen bei jeden Start neu gemountet werden.

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