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Datenübertragung zwischen PC und Amiga mit PC2Amiga

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Festplatten und CD-Laufwerke für ältere Amiga-Varianten ohne HD-Controller sind recht teuer. Der A600 und neuere Amiga-Systeme sind mit einen Festplatten-Controller ausgestattet an den mittels Adapter eine Flashkarte angeschlossen werden kann. Beim A500 hingegen ist das nicht so einfach. Wer allerdings einen alten DOS-Rechner rumliegen hat, kann diesen als Festplatte nutzen. Genauer gesagt, alle Laufwerke des PC's, auch das CD- und das HD-Diskettenlaufwerk können unter AmigaOS verwendet werden als ob sie direkt am Amiga angeschlossen wären.

Vorweg ein paar Hinweise: Der PC und der Amiga werden mittels NullModem-Kabel miteinander verbunden. Zwar kann auf alle Laufwerke des PC's zugegriffen werden, allerdings mit entsprechend geringer Übertragungsgeschwindigkeit (Üblicherweise so um die 5Kb/s). Man darf also keine Geschwindigkeiten wie bei einer echten Festplatte erwarten. Natürlich kann von den PC-Laufwerken auch nicht gebootet werden, da diese erst nach den Start von AmigaOS eingebunden werden. Wenn man aber sowieso einen alten PC in der Ecke stehen hat der eh nur als Staubfänger dient, dann ist das sicherlich die preiswerteste Alternative.
In dieser Anleitung wird ein PC mit (echten) DOS 6.3 und ein Amiga 500 mit AmigaOS 3.1 verwendet. Alternativ sollte die Übertragung auch mit Windows 95/98 klappen, auf das in dieser Anleitung aber nicht eingegangen wird.

Parallele oder serielle Verbindung

Das hier verwendete Programm PC2Amiga ermöglicht die Verbindung zwischen PC und Amiga mit einem parallelen sowie mit einem NullModem-Kabel. Natürlich wäre die parallele Verbindung um einiges schneller, aber bei meinen Tests traten viel zu viele Timeouts auf. Eine ordentliche Verbindung kam zu keinem Zeitpunkt zustande. Aus diesem Grund habe ich mich für die serielle Variante entschieden, die zwar langsamer ist, aber dafür relativ stabil.

Das Kabel

Benötigt wird für die Verbindung ein ganz normales NullModem-Kabel das mit geringen Kosten selbst gelötet werden kann. Folgende Komponenten werden benötigt:

• D-SUB-Buchse 9pol
• D-SUB-Buchse 25pol
• Kabel mit 8 Adern

Hinweis: Bei diesem Kabel wird davon ausgegangen, dass im PC eine 9-polige serielle Schnittstelle verbaut ist und nicht eine 25polige. Die Pin-Belegung des Kabels kann man vom folgenden Bild entnehmen.

NullModem-Kabel
Die Vorbereitungen

Damit die Verbindung zwischen PC und Amiga zustande kommt, brauchen wir auf den Amiga sowie auf den PC eine spezielle Software. Folgende Dateien brauchen wir:

PC2Am308.lha
Installer-43_3.lha

Die zwei LHA-Archive müssen entpackt werden (beispielsweise mit Winrar). Doch wir brauchen nicht alle Dateien die sich in den Archiven befinden.
Für den Amiga brauchen wir folgende Dateien und Ordner:

Aus dem Archiv PC2Am308.lha: Alle Dateien und Ordner ausgenommen der Ordner "puttopc".

PC2Am308.lha

Aus dem Archiv Installer-43_3.lha: Nur die Datei "Installer"

Installer-43_3.lha

Für den DOS-Rechner brauchen wir lediglich den Ordner "puttopc" aus der Datei PC2Am308.lha

PC2Am308.lha

Die Dateien die wir für den Amiga brauchen, müssen irgendwie auf diesen übertragen werden. Dazu gibt es je nach Amiga-Modell jede Menge Möglichkeiten. Einige davon findet ihr hier:

PC - Amiga Transfer mit Amiga Explorer
PC - Amiga Transfer mit CrossDos
PC - Amiga Transfer mit Nullmodemkabel (ADF-Sender)
Der Amiga 500 und die USB-Schnittstelle

Wer ein Amiga mit AmigaOS 2.1 oder neuer verwendet, den empfehle ich die Übertragungsmethode CrossDoss zu verwenden, da diese mit geringen Aufwand verbunden und unkompliziert ist.
Den Ordner "puttopc" auf den DOS-Rechner zu kriegen dürfte mittels Diskette (oder falls vorhanden CD) nicht allzu schwer sein.

Installation und Konfiguration

Ein kleiner Tipp am Rande: Sollten einige Dateien unter AmigaOS nicht sichtbar sein, dann liegt es daran, dass diese Dateien kein Icon besitzen. Um diese dennoch sichtbar zu machen muss unter AmigaOS die Option "Windows->Show->All Files" aus dem Menü im oberen Bildschirmrand aktiviert werden. Daraufhin werden alle Dateien im Ordner angezeigt.

AmigaOS All Files

Am Amiga: Bevor mit der Installation von PC2Amiga begonnen werden kann, muss die Datei "Intsllaller" im Ordner "C" von AmigaOS kopiert werden. Ohne diese Datei startet der Installer von PC2Amiga erst gar nicht.
Als nächstes starten wir die Installation mit einem Doppelklick auf "Install". Der Installationsvorgang kann einfach durchgeklickt werden, bis dieser erfolgreich abgeschlossen ist.

Als nächstes konfigurieren wir PC2AM. Dazu doppelklicken wir auf "ConfigPC2Amiga". Die Voreinstellungen stimmen zwar bereits fast alle, wir sollten aber prüfen ob folgende Werte eingetragen sind.

ConfigPC2Amiga

Select port to use

Hier muss die richtige Device-Datei für die entsprechende Schnittstelle gewählt werden. Serial.device ist die Datei die wir brauchen. Wer alternative Device-Dateien ausprobieren möchte (z.B. die artser.device) muss diese hier auswählen. Siehe folgendes Bild.

Serial.device

Die Unit-Number kann normalerweise immer auf den voreingestellten Wert 0 belassen werden. Damit ist die eingebaute serielle Schnittstelle des Amigas gemeint. Nur wenn sich die serielle Schnittstelle auf einer Erweiterungskarte befindet muss dieser Wert angepasst werden.

Select unit of the device

Select open flags

Die Baudrate kann auf 57600 eingestellt werden. Nur wenn es zu Verbindungs-Problemen kommen sollte, kann hier mit eine geringere Geschwindigkeit getestet werden. Beachte, dass auf den PC immer die selbe Baud-Rate eingestellt werden muss.

Baudrate

Die Timeout-Option ist standardmäßig auf 20 Zehntelsekunden (2 Sekunden) eingestellt. Damit sollte es im Normalfall keine Probleme geben. Greift man auf Laufwerke zu die sehr langsam reagieren, z.B. CD-Rom-Laufwerke, kann es trotzdem zu einen Timeout kommen, das ist völlig normal. Wenn hingegen ständig Timouts auftreten, dann versteckt sich irgendwo ein Fehler.

Timeout

Packet length

SetComment

Bei "Progress Indicator type" wird ausgewählt was bei der Datenübertragung angezeigt werden soll. Diese Option ist zwar optional und hat keinen Einfluss auf die Datenübertragung, ich verwende hier aber die Option "LED". Dadurch flackert die Power-Led bei einer Übertragung. Weiter Informationen findet ihr unter "Das PC2AM Commodity".

Progress indicator

Qualifiers

Hotkey

Number of errors

SetComment

Am Ende der Konfiguration sollten folgende Werte angezeigt werden. Siehe Bild.

Confirm Settings

Am PC: Im Ordner "puttopc" den wir auf den DOS-Rechner kopiert haben befinden sich nur einige Dateien. Wir laden die Datei "PC2AMCFG.EXE". Die Werte sollte wie in den folgenden Bilder zu sehen ist, eingestellt werden.

Transfer type

Im Normalfall wird als Serial Port immer COM1 eingestellt. Nur wenn sich mehrere serielle Schnittstellen im PC befinden muss die entsprechende gewählt werde.

COM Port

IRQ

Die Geschwindigkeit mit der die Daten übertragen werden muss auch hier auf 57600 eingestellt werden.

Boudrate

Abschließend bestätigen wir die Zusammenfassung der von uns gewählten Einstellungen.

Confirm Values

Im Grunde war's das schon und wir können mit den ersten Testlauf beginnen.

Die erste Übertragung

Bevor es losgeht müssen PC und Amiga mit dem Nullmodem-Kabel verbunden werden.
ACHTUNG: Beide Rechner müssen ausgeschaltet sein wenn das Kabel angesteckt wird! Sonst könnten Schäden an den seriellen Ports des jeweiligen Rechners entstehen.

Am PC: Sind beide Rechner miteinander verbunden, dann starten wir auf den DOS-Rechner die Datei "PC2AMIGA.EXE". Eine Meldung zeigt jetzt an, dass das Programm bereit ist für die Übertragung.

PC2AMIGA.EXE

Am Amiga: Wir wechseln in den Ordner "Storage -> DOSDrivers" und doppelklicken auf die Datei "PC".

DOSDrivers

Wenn alles klappt, sollte auf der Workbenchoberfläche ein neues Icon erscheinen.

PCDISK

Wenn wir dieses Icon öffnen, sollten alle Laufwerke (in Form von Ordner) des DOS-Rechners darin angezeigt werden.

Laufwerke

Der Ordner "C" entspricht der Festplatte des PC's. Wie weiter oben bereits angesprochen, sind Dateien ohne Amiga-Icons unter AmigaOS nicht zu sehen. Um diese dennoch sichtbar zu machen muss unter AmigaOS die Option "Windows->Show->All Files" aus dem Menü im oberen Bildschirmrand aktiviert werden.
Von jetzt an können Dateien vom Amiga zum PC und andersrum kopiert werden. Wenn die Verbindung nicht zustande kommt dann lese ganz unten unter "Problembehandlung".

Verbindung automatisch herstellen

Wie wir gesehen haben, muss die Datei "PC" im Ordner "Storage -> DOSDrivers" ausgeführt werden damit eine Verbindung hergestellt werden kann. Damit dies automatisch beim Start von AmigaOS geschieht muss die Datei "PC" im Ordner "Devs -> DOSDrivers" kopiert werden.
Beachte, dass der PC beim Start von AmigaOS verbunden und eingeschaltet sein muss, sonst erscheint jedes mal eine Fehlermeldung.

Die DOS-Limitierung

DOS, einschließlich Version 6.x, unterliegt der SFN-Einschränkung (Short File Names). Das bedeutet dass alle Dateinamen maximal 8 (und 3 Zeichen für Suffix) Zeichen lang sein dürfen. Wird die Länge des Dateinamens überschritten, wird dieser vom DOS-Dateisystem abgekürzt. Beispiel: Aus "dateiname.endung" wird "DATEIN~1.END". Das bedeutet natürlich, dass die Dateien auch auf den Amiga in gekürzter Form angezeigt werden.

Short File Names

DOS 7 und Windows 95/98 haben diese Einschränkung nicht mehr.
Wenn man Daten vom Amiga auf die PC-Festplatte kopiert werden diese auch sofort gekürzt. Es empfiehlt sich deshalb die Daten zuerst in ein LHA-Archiv zu packen bevor sie auf die Festplatte des PC's kopiert werden. Auf diese Weise werden die Dateinamen der Dateien im Archiv nicht verändert.

Der Zugriff auf das CD-Rom Laufwerk

Man könnte glauben, dass es keinen Unterschied zwischen den Zugriff auf die Festplatte und auf das CD-Rom Laufwerk des DOS-Rechners gibt. Dem ist aber nicht so, denn gewisse Ordner auf CD's mit ISO9660 Level 2 die eine bestimmte Dateinamenlänge überschreiten können nicht geöffnet werden. Schuld daran ist der CD-Rom-Treiber MSCDEX, der für ISO9660 Level 1 konzipiert wurde.
Was sind das für Levels? Als das CD-Format noch am Anfang der Entwicklung stand, gab es den ISO Standard 9660 Level 1. Dieser hatte neben anderen Einschränkungen das besagte Dateinamen-Problem (8+3). Im Level 2 dieses Standards wurde diese Einschränkung aufgehoben. Dateinamen durften ab nun bis zu 31 Zeichen lang sein. Das Joliet-Format, eine Erweiterung des ISO9660 Level 1, das von Microsoft geschaffen wurde, unterstützt sogar Dateinamen mit bis zu 64 Zeichen. Amiga-CD's liegen normalerweise im ISO9660 Level 2 Format vor. Schon alleine wegen der Dateiendung der Amiga-Icons (.info) war kein Level 1-Format möglich, da diese aus vier Zeichen besteht, was unter der Level 1 Spezifikation nicht zugelassen war.
Das Problem der 8+3 Dateinamen lässt sich ohne weiteres nicht lösen, zumindest habe ich keine akzeptable Lösung gefunden, aber zumindest der Zugriff auf alle Dateien und Ordner einer Amiga-CD (ISO9660 Level 2) ist mit wenig Aufwand möglich. Es muss lediglich ein neuer Treiber installiert werden. Dazu benötigen wir die folgenden zwei Dateien die wir auf die Festplatte des DOS-Rechners kopieren.

"shsucdx.com" und "xcdrom.sys"

Beide Dateien können hier heruntergeladen werden: www.hiren.info
Anschließend müssen die Dateien "autoexec.bat" und "config.sys" geändert werden, die beide im Stammverzeichnis von DOS liegen. DOS bringt einen kleinen Texteditor mit sich den wir verwenden können.
Gib den Befehl "edit autoexec.bat" und und trage folgende Zeile an beliebiger Stelle ein:

C:SHSUCDX /D:SHSU001

SHSUCDX

Ein eventuell vorhandener MSCDEX-Treiber muss natürlich auskommentiert werden.
Drücke die ALT-Taste zum aufrufen des Menüs am oberen Bildschirmrand in den der "Speichern"-Befehl zu finden ist. Und zuletzt tragen wir noch eine Zeile in die config.sys ein:

DEVICE=C:XCDROM.SYS /D:SHSU001

XCDROM.SYS

Auch hier muss ein eventuell vorhandener Treiber-Eintrag (z.B. ein OAKCDROM.SYS) auskommentiert werden.
Der Pfad zu den jeweiligen Dateien muss natürlich angepasst werden wenn sie nicht im Stammverzeichnis liegen. Nach einen Neustart des Rechners sollten alle Ordner von IOS9660 Level 2 CD'S zugänglich sein. Von nun an können Amiga-CD's eingelegt werden, auf die dann auch über den Amiga zugegriffen werden kann. Das Problem mit den abgekürzten Dateinamen besteht aber weiterhin.

Das PC2AM Commodity

In PC2AM ist ein Commodity enthalten das uns möglicherweise recht behilflich sein könnte. Beachte, dass sich das Commodity nur öffnen lässt wenn eine Verbindung bereits besteht. So wird das Commodity aufgerufen:
Am Amiga: Öffne das Programm "Exchange", das sich im Ordner "Tools -> Commodities" befindet. Klicke jetzt auf "PC2Amiga" im linken Auswahlfenster auf PC2Amiga...

Commodity

...und anschließend auf den Button "Show Interface". Es öffnet sich ein weiteres Fenster in den eventuelle Fehlermeldungen der Übertragung angezeigt werden.

Commodity

Auf der rechten Seite, unter "Progress Indicator", haben wir die Möglichkeit die Art des Transfer-Anzeige zu wählen. Diese zeigt uns an wenn Daten übertragen werden. Es stehen uns vier Anzeige-Arten zur Verfügung:
None: Nichts wird angezeigt.
Powerled: Die Power-Led des Amigas leuchtet abwechselnd stark.
Gopher-like: Bei der Übertragung werden einige Zeichen neben "G-like" eingeblendet.
Background: Der Hintergrund flackert.

Neben "Timeout" wird die Zeit in Zehntelsekunden angegeben die gewartet werden soll bevor eine Fehlermeldung erscheint wenn keine Daten übertragen werden.

Problembehandlung

Wenn es zu Problemen kommt bzw. wenn keine Verbindung aufgebaut werden kann dann sollte folgendes kontrolliert werden:

- Ist das Kabel in Ordnung? Messe die Verdrahtung des Kabels durch. Eine schlechte Lötstelle kann schnell zu einen Kurzschluss führen.

- Reduziere die Geschwindigkeit der Datenübertragung
Am Amiga: Führe die Konfigurationsdatei "ConfigPC2Amiga" aus und wähle die Einstellungen wie weiter oben beschrieben, allerdings mit 38400 Bauds anstatt 57600.
Am PC: Führe die Konfiguration mit "PC2AMCFG.EXE" wie weiter oben beschrieben durch. Wähle auch hier als Übertragungsgeschwindigkeit 38400.

- Am Amiga: PC2Amiga bringt ein kleines Diagnose-Programm mit sich. Siehe weiter oben unter "Das PC2AM Commodity" wie dieses aufgerufen wird. Wenn lauter Timeouts auftauchen antwortet die Gegenstelle vermutlich nicht. Entweder das Kabel oder die Konfiguration auf einen der beiden Rechner ist falsch.

- Sind mehrere serielle Schnittstellen im Amiga oder PC verbaut? Dann wurde vielleicht die falsche Schnittstelle im Konfigurationsprogramm des jeweiligen Rechners eingestellt.

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